Kira in der Hundeschule

Kira in der Hundeschule

Kira mit ihren Freunden von der Hundeschule beim Stadtgang in Cham (Bayerischer Wald)

Um das als erstes noch kurz klarzustellen: richtige Freunde hat Kira in der Hundeschule eigentlich nicht. Warum? Nicht, weil sie kein umgänglicher Hund wäre, oder streitlustig, oder eifersüchtig. Nichts von alledem; sie ist eine ruhige, freundliche, aber sehr menschenbezogene Golden Retriever Dame, die weder an der Hundeschule noch an anderen Hunden sehr viel Spaß hat. Urlaub mit Hund in Bayern

Trotz alledem war ich ca. 2 Jahre mit ihr in der Welpenschule, später Hundeschule und sie hat diese Zeit, bis auf wenige Ausnahmen, folgsam absolviert (aber auch nicht mehr). Einer der möglichen Wochentermine, an dem man mit seinem Hund teilnehmen kann, ist der Stadtgang, der wöchentlich am Donnerstag vormittag in Cham stattfindet. Man trifft sich um 9 Uhr bei dem Parkplatz Quadfeldmühle. Von dort aus wird losgegangen. Und von dort aus finden auch die ersten Rangkämpfe zwischen Herrchen und Hund bzw. zwischen den Hunden untereinander statt. Die ersten Meter, bis der Parkplatz passiert ist, soll nämlich „bei Fuß“ gegangen werden, was für manche Hunde (und Hundebesitzer) schon die erste Schwierigkeit darstellt.

Leckerli`s sind hilfreich für das Training

Hilfreich dabei sind (auch laut Hundetrainer) Leckerli, die man unbedingt immer dabei haben sollte, um für den Hund interessant zu bleiben. Dieser würde nämlich am liebsten allen Gerüchen folgen, die seine Nase auf dem belebten Platz erschnuppert. Und nicht, wie vom Hundebesitzer gewünscht, in Reih und Glied folgsam in langweiligem Trott dahinlaufen. Aber bald ist das erste Stück geschafft;  hinter der „Wasserwirtschaft“ auf einem Feldweg ein Stück am Regen entlang, dürfen sie das erste Mal so richtig toben. Einige rasen durch die Wiesen, spielen Fangen untereinander oder versuchen, als erster beim Fluss Regen zu sein, um dort einen Sprung ins kühle Nass zu machen.

Kira dagegen läuft im Gänsemarsch weiter, trotz der Auflösung des Kommandos und meiner Aufforderung „Lauf voraus“. Sie sieht den anderen Hunden nur etwas verdutzt zu, schnuppert mal hier, mal da, und macht keine Anstalten, mit den anderen spielen zu wollen. Manchmal werde ich nicht ganz schlau aus ihr; eigentlich mag sie auch manchmal toben, und sie liebt das Wasser. Aber bei dieser Horde anderer Hunde vergeht ihr scheinbar jede Lust dazu.

Training “Sitz”

Nach diesem Freilauf-Intermezzo geht es wieder zur Pflicht über: die Hunde abrufen, ins „Sitz“ bringen, und warten, bis alle soweit sind. Dann geht es über die kleine Regenbrücke in Richtung Stadtmitte. An der Brücke hat der Hundetrainer eine weitere Übung parat: ein Hundebesitzer geht mit seinem Hund bei Fuß am Hundetrainer vorbei ein Stück über die Brücke, bleibt dann an der Seite stehen, und der nächste muss wiederum vorbeigehen, sich davor hinstellen usw. Das treibt manchem Hundebesitzer die Schweiß auf die Stirn, denn (je nach Alter und Können des Hundes) ist dies gar nicht so einfach. Als ich mit Kira an der Reihe bin, halte ich ihr ein Stückchen vom Wiener Würstchen hin, die ich für den Gang zur Hundeschule immer mit dabei habe, und siehe da, sie lässt sich erweichen und trottet mit mir gemächlich an den anderen Hunden vorbei.

Üben an der Drehtür

Am Floßhafenparkplatz vorbei nähern wir uns der nächsten Schwierigkeit: wir dürfen das Modehaus FREY durch die Drehtür betreten. Über die Treppe hinauf, an den Kleidungsständern und Verkäuferinnen vorbei, auf den Stadtplatz hin wieder verlassen. Die Drehtür stellt für manche Hunde ein enormes Hindernis dar, einige haben Angst und wollen nicht weitergehen. Mit gutem Zureden, einigen Leckerlis und manchem Ziehen an der Leine schaffen es dann doch alle. Kira ist nicht gerade begeistert von dieser Übung, aber im (gefühlten) Schneckentempo passieren auch wir diese Hürde.

Kaum wieder an der frischen Luft, dürfen wir die Hunde neben dem Brunnen ablegen, d. h. jeder bringt seinen Hund ins „Platz“ (der Hund liegt und bleibt liegen). Hier verweilen wir 10 Minuten; Zeit, um für sich (oder auch seinen Hund) am Roßmetzgerstand eine Stärkung in Form einer Roßwurst zu kaufen. Währenddessen, oder auch während der Unterhaltung der Hundebesitzer untereinander, dürfen die Hunde nicht aufstehen, sondern müssen folgsam auf ihrem Platz liegen bleiben.

Manchmal müssen die Hundebesitzer auch ein Stückchen außer Sichtweite der Hunde gehen, um zu testen, ob ihr Wauzi auch dann liegen bleibt. Das entpuppt sich bei manchen als schwieriges Unterfangen (was an der mangelnden Bindung zwischen Tier und Herrchen liegt; glaubt zumindest der Trainer zu wissen). Während manche Hunde ziemlich aufgeregt bei dieser Übung sind, und kaum liegen bleiben können, legt sich Kira ab, kuschelt ihren Kopf auf ihre Pfoten und hat Mühe, nicht einzuschlafen. Einzig der Geruch der Roßwürste lässt sie doch immer wieder mal beobachtend aufschauen: man weiss ja nicht, vielleicht fällt irgendwo ein Stückchen für sie ab.

Urlaub mit Hund in Bayern

Dann ist es Zeit zum Weitergehen; die meisten Hunde springen sofort auf, Kira allerdings erhebt sich nur langsam. Über den Stadtplatz geht es weiter durch ein paar Gassen, immer wieder unterbrochen durch Übungen wie Sitz, Platz usw.

Angstbewältigung Gitterrost

An einem Geschäft an der …straße befindet sich eine breite Edelstahltreppe mit Gitterroststufen. Die soll jeder Hund mit seinem Herrchen „bezwingen“; hinauf und dann wieder hinunter. Wer ein bisschen Ahnung hat, weiß, dass viele Hunde Angst vor solchen Hürden haben. Also los: der Hundetrainer gibt das Kommando zum Anfangen: manche weigern sich von Anfang an, bei manchen klappt es mit gutem Zureden und genügend „Bestechung“; andere sind schon geübt und gehen ohne Probleme auf und ab. Jetzt bin ich mit Kira dran: ich sehe ihr an, dass sie nicht will; sie hat Angst und zittert ein wenig. Mit viel Überredungskunst und noch mehr Wiener-Stückchen folgt sie mir vorsichtig. Endlich oben, geschafft!

Aber dann kommt erst noch der schwierigste Teil: der Abgang. Nun sieht sie auch noch genau, wie weit es hier nach unten geht. Mit den Vorderpfoten auf der ersten Stufe bleibt sie wie angewurzelt stehen; trotz meiner guten Worte will sie nicht mehr weitergehen. Mir treibt es den Schweiß aus allen Poren und ich suche fieberhaft im Kopf nach einer Lösung: da sieht sie am Treppenende einen anderen Hundebesitzer mit einem Leckerli winken, und plötzlich ändert sie ihre Meinung und wagt sich Schritt für Schritt hinab. Unten angekommen, bin ich sehr stolz auf uns (trotz Mithilfe von außen).

Von da an ist es nur noch ein Klacks; meine positive Einstellung wirkt sich scheinbar auch auf Kira aus und den Rest des Weges meistern wir mit Bravour.

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